Unsere Kirche PDF Drucken E-Mail

 

Geschichte:

(Quellen: Mayrhofner Chronik 1973, Werner Köfler, aktualisiert von Hanspeter Wechselberger)

Kirchliches:

Schon im 14. Jahrhundert, vielleicht noch früher, stand in Mayrhofen ein Kirchlein. Jedenfalls weiß man, daß zu Ende des 14.Jahrunderts ein Brand das Kirchlein zerstörte. Aus der Pfarre Zell kamen an Sonn- und Feiertagen Hilfspriester, um dort die Gottesdienste zu halten. Der Name "Maierhof" erscheint erstmals 1309 in den Urkunden. Die ältesten Pfarreien des Zillertales sind Zell und Fügen, seit Bonifatius (um 740) ist der Ziller die Grenze zwischen dem Erzfürstbistum Salzburg und dem Bistum Brixen (heute Diözese Innsbruck).

Zu Anfang des 16. Jahrhunderts, 1511, wurde eine Kirchweihe vorgenommen, wohl nach einer ersten baulichen Umgestaltung bzw. Erweiterung. Die älteste Urkunde des Pfarrarchivs von 1544 spricht vom "gotzhaus unserer lieben Frawen zw Mairhoff". Zwischen 1580 und 1590 wurde das Kirchlein wiederum durch einen Brand zerstört, worauf um 1590 ein Neubau erfolgte.

Die zunehmende Zahl der Einwohner und die weiten Wege von Brandberg, Zillergrund, Stillup und Dornauberg veranlaßten den damaligen Fürsterzbischof Max Gandolf von Salzburg, 1674 ein eigenes Vikariat zu errichten. Als Andenken an diese Zeit besitzt die Kirche ein wertvolles, in Silber gefaßtes Reliquienkreuz mit dem Namenszug Max Gandolf. Dieses Kreuz wird heute noch bei Bittgängen getragen.1740 mußte die Kirche neuerlich vergrößert werden. Erzbischof Sigismund III. Graf von Schrattenbach hat am 4. September 1756 die Kirche, die mit den zwei Seitenaltären fast ganz neu gebaut wurde, geweiht.

1766 veranlaßte der Erzbischof die Errichtung des Friedhofes vor der Kirche

1858 wurde Mayrhofen zu einer eigenen Pfarre (Dekanat Zell am Ziller) erhoben. In den Jahren 1938/39 erfolgte eine Renovierung.

1964 wurde dann der Waldfriedhof errichtet. Das große Holzkreuz in der Friedhofskapelle stammt vom heimischen Bildhauer Otto Moroder.

In den sechziger Jahren war die Kirche für die rasch anwachsende Gemeinde wieder einmal zu klein geworden. Der damalige Erzbischof Rohracher sprach mit dem Pfarrer, HW Johann Margreiter darüber, daß die Diözese Salzburg auch in Mayrhofen gerne einen "echten Holzmeister" hätte, und so wurde nach den Plänen von Architekt Prof. Clemens Holzmeister der Bau in einjähriger Bauzeit errichtet und am 14. Dezember 1969 von Erzbischof Dr. Macheiner eingeweiht. Das Presbyterium und die letzten Reste der alten gotischen Kirche konnten nicht mehr gerettet werden. . Lediglich das Innenportal zum Turm weist noch darauf hin.

Die Kirche ist der Gottesmutter Maria geweiht, und zwar dem Glaubensgeheimnis ihrer leiblichen Aufnahme in den Himmel (Maria Himmelfahrt). Ein Großteil der Einrichtung deutet auf die Marienverehrung hin, so unter anderem das vom Künstler Max Weiler geschaffene Deckengemälde "Rose von Jericho".

Die beiden künstlerisch wertvollsten Figuren der Kirche: Hl. Erzengel Michael, den Drachen tötend, und Schutzengel mit Kind, der an die Einführung der Schutzengelbruderschaft im Jahre 1769 erinnert. Seitdem wird das Schutzengelfest am ersten Sonntag im September mit einer feierlichen Prozession begangen. Der kleine Tabernakel aus dem Jahre 1674 am rechten Seiteneingang stammt von Fürsterzbischof Max Gandolf und trägt in einem Glasschrein eine viel verehrte Statue der Schmerzensmutter.

Nicht mehr so recht in das Gotteshaus scheinen die vierzehn Kreuzweg-Bilder von Michael Schmutzer aus dem Jahre 1743 zu passen. Aus der Hand des Bildhauers Johann Sporer aus Ramsau stammen die Krippendarstellung für den Hochaltar, die Figur des Auferstandenen, die Herz-Jesu-Statue und die große Kreuzigungsgruppe im Waldkreuz.

Sehr verehrt wird in Mayrhofen der selige Engelbert Kolland aus Ramsau im Zillertal. Er wurde Franziskanermönch und predigte unter anderem auch in der Kirche von Mayrhofen. Er erlitt am 10.Juli 1860 in Damaskus den Märtyrertod.

Geschichtliches:

Seit der Errichtung des Viktariates wurden kanonische Bücher geführt, Tauf- und Trauungsbücher sind seit 1674 erhalten, die Sterbebücher ab 1767. Aus dem ältesten Totenbuch erfahren wir 1767 von einem neu errichteten Friedhof, wir lesen von manchen Unglücksfällen, so etwa von einem zehnjährigen Knaben, der am 6. August 1767 in Dornauberg von den Wassermassen hinweggerissen wurde und nicht mehr aufgefunden werden konnte, von einem vierzehnjährigen Jagdgehilfen namens Lorenz Pichler, der unter einer Lawine in der Floite verschüttet worden war und erst am 25. Juni aufgefunden wurde, wir erfahren die verschiedenen Todesursachen, wie man sie zumindest zu erkennen glaubte: u.a. "Wassersucht, Abserbung (=Auszehrung), an Gschwer, Gewächs im Halse, Faulfieber (=Typhus), Apoplexia (=Schlaganfall), Lunglsucht, rote Ruhr, in Brand, in der Frais, in den Pocken, Blattern (1788 sieben Kinder), Grimmen, morbus senectus (=Altersschwäche), Leber- und Milzerhartung, Scharbock, innere Fäulung, Aufblähung der Lunge, Gelbsucht, Angina, Kolik".

1791 starb ein Vierundfünfzigjähriger an "Magendörre", ein Siebzigjähriger an "Maulsperre", und ein anderer an "Unverdaulichkeit des Magens". Soweit die Diagnosen zwischen 1784 und 1797. In den Jahren 1770 bis 1779 starben durchschnittlich jährlich 23 Erwachsene und 15 Kinder.

Ausweisung der "Inklinanten":

Im Jahre 1837 hatte die lutherische Bewegung im Zillertal mit der Ausweisung der "Inklinanten" ihren Höhepunkt und tragischen Abschluß erreicht. Das hintere Zillertal mit Hippach, Zell, Mayrhofen, Brandberg und Finkenberg war das Zentrum der "Sektiererei" gewesen. Ekkart Sauser schrieb in seiner Untersuchung "Die Zillertaler Inklinanten und ihre Ausweisung im Jahre 1837" (Schlern-Schriften 198): "Für die Verbreitung des Zillertaler Inklinantenwesens, das als Bewegung öffentlich zum erstenmal im Jahre 1826 auftrat, bildeten der geheime Protestantismus in Tirol und im benachbarten Salzburg, verbunden mit der charakterlichen Eigenart des Zillertales überhaupt, die beste Voraussetzung. Dazu kamen noch der Einfluß ketzerischer Bücher, die einsame Lage der Wohnstätten, der geringe Bildungsgrad von jung und alt, der eifrige Handel mit dem protestantischen Deutschland, die Teilung der Seelsorgsgebiete unter zwei Diözesen sowie das schlechte Beispiel des Dekans Johann B. Gottsamer aus Zell".

Bereits 1830 wurden in Zell 20, in Hippach 10-12 und in Mayrhofen 6 sich öffentlich bekennende Inklinanten registriert.

1832 waren es in Mayrhofen bereits 19, in Brandberg 66, in Finkenberg 17, in Hippach 26, welche Beichte und Kommunion verweigerten, und 1836 war die Zahl in den Gemeinden Zell, Hippach, Mayrhofen, Finkenberg und Brandberg auf 225 gestiegen. Die Dunkelziffer der heimlichen Anhänger ist natürlich viel höher anzusetzen. Schon 1833 wanderten mehrere wegen Schmähung der Religion ins Gefängnis. Je härter die staatliche Gewalt gegen die Bewegung vorging, desto fanatischer wurde das protestantische Ideengut verteidigt. Die Bewegung gipfelte in der Forderung nach einer eigenen protestantischen Pfarrei, was mit kaiserlichem Erlaß vom April 1834 strikt abgelehnt wurde. Das Allerhöchste Handschreiben Kaiser Ferdinands I. vom 12.Jänner 1837 brachte dann das Ultimatum: Entweder Rückkehr zur katholischen Kirche - oder Auswanderung. Die Publikation des kaiserlichen Dekrets erfolgte in Mayrhofen am 14.März 1837 im Pfarrhaus.

Obwohl den Inklinanten seitens der Regierung die Übersiedlung in andere, und zwar nichtkatholische Provinzen anheimgestellt wurde, erleichterte ihnen hauptsächlich die schriftliche Zusage des Königs von Preußen, daß sie innerhalb des preußischen Staates eine neue Heimat fänden, den Entschluß, das Land zu verlassen.

Am 15. April 1837 legte dann das Landgericht Zell ein genaues Verzeichnis der Auswandernden, Übersiedelnden und Rückkehrenden an. Im Vikariat Mayrhofen zählte man 55 Auswanderer, 1 Übersiedler und 36 mitauswandernde Kinder. Die Ausreise aus Mayrhofen erfolgte am 1. September.

Zunächst durften sich die Auswanderer im oberslesischen Schmiedeberg niederlassen, ihre endgültige Heimat wurde dann Erdmannsdorf im Riesengebirge. Im Dezember 1840 wurde die Kirche von Erdmannsdorf und Zillerthal, wie die Gemeinde nun hieß, eingeweiht. Viele waren auch von ihrer neuen Heimat enttäuscht und gingen nach Rußland, Polen, Australien oder Amerika. Als Dr. Raitmayr aus Zell am Ziller 1914 Erdmannsdorf besuchte, waren noch drei Zillertaler aus der Zeit der Auswanderung am Leben.

 

GESCHICHTLICHES ZUM WIDUM

Wann das erste Gotteshaus in Mayrhofen als Filialkirche von Zell erbaut wurde, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Gewiss war es aber schon eine Kirche aus Stein, die knapp vor 1500 durch ein Feuer schwer beschädigt wurde. Am 7. Mai 1511 hat der Chiemseeer Bischof Berthold Pürstinger Kirchweihe gehalten. Dieses „gotzhaus unserer lieben Frawen zw Mairhoff" wird erstmals in einer Urkunde 1544 erwähnt. Ob damals bereits ein Widum errichtet wurde, ist nicht bekannt. Fest steht allerdings, dass das alte Widumsgebäude im Zusammenhang mit einem Grundkauf der Gemeinde Mayrhofen umgebaut wurde.

Der damals geschlossene Vertrag gibt darüber ausführlich Auskunft.

„Die römisch-katholischen Pfarrgründe zu „Unserer lieben Frau in Mayrhofen", vertreten durch hochw. Pfarrer Monsignore Josef Krapf, verkauft die östlich der Talstraße gelegene und an der Schulhausgarten – Gst.Nr. 851 – südlich angrenzende Teilfläche von 1.788 m² an die Gemeinde Mayrhofen zum Zwecke der Erbauung eines Gemeindehauses aufgrund des Gemeinderatsbeschlusses vom 26. Jänner 1929.

Als Entgelt und Kaufpreis für diese Fläche wird die Gemeinde Mayrhofen auf ihre Kosten bauliche Neuherstellungen am Pfarrhof in Mayrhofen vornehmen und zwar durch Aufbau des Pfarrhofes, sodass fünf neue bewohnbare Räume noch zum jetzigen Pfarrhof hinzukommen, worüber der Bauplan schon ausgearbeitet vorliegt, um dem jeweiligen Pfarrer, der in Mayrhofen leicht Gelegenheit hat, an Sommergäste Fremdenzimmer zu vermieten, eine dauernde Einkommenserhöhung als Ersatz für den Ertrag des zu verkaufenden Grundes zu verschaffen und zu sichern ... !"

Entsprechend diesem Vertrag wurde in der Folge die Aufstockung des alten Widumgebäudes vorgenommen und die vertraglich vereinbarten Räume geschaffen.

Das Dachgeschoß wurde vor dem Krieg an Gäste vermietet, später fand eine Familie Herberge, hernach erfolgt bis 1987 die Vermietung an Lehrer. Danach standen die Räume leer.Erwähnenswert ist auch, dass im Widum der Pfarrkindergarten von geistlichen Schwestern bereits vor beinahe 80 Jahren geführt wurde.

Das Erdgeschoß wie das 1. Obergeschoß wurden Ende der 60er Jahre umgebaut und mit einer Heizung ausgestattet.Der seinerzeitige Umbau nahm auf eine öffentliche Nutzung des Widums wenig Rücksicht. Die zu diesem Zeitpunkt eingebauten Sanitäreinrichtungen entsprachen keinesfalls den heutigen Wohnbedürfnissen.

Diese Situation ließ in der Folge den Gemeinderat gemeinsam mit dem Pfarrer die Idee reifen, den Widum in ein Pfarrzentrum umzubauen. Nach 5 Jahren der Entscheidungsfindung fiel am 18.11.1998 der Beschluss auf Verwirklichung diesen großen Projektes.

Im Oktober 2000 wurde der Um- und Neubau des Pfarrzentrums vollendet und am 18.10.2000 feierlich eingeweiht. Das Pfarrzentrum erfreut sich bereits großer Beliebtheit.

Die Glocken der Pfarrkirche Mayrhofens

Im ersten Weltkrieg musste unsere Pfarre auf Grund der Rohstoffknappheit für die Kriegsmaschinerie alle Kirchenglocken, bis auf eine, die kleinste, abliefern. Zu dieser erhielten wir 1921 noch zwei Stahlglocken. Mit diesem Geläute behalf sich die Pfarre, bis im zweiten Weltkrieg auch die letzte noch verbliebene Bronzeglocke, aus dem 16. Jahrhundert stammend, somit ein Denkmal der Frühzeit unserer Heimat, abgegeben werden musste.

1942 wurde dann ein neues Geläute in Auftrag gegeben. Unter der Meisterhand Graßmayrs in Innsbruck / Wilten erfuhren die mächtigen Künder tirolisch-frommer Gesinnung am

31. Oktober 1945 ihre Vollendung. In Allerseelenstimmung wurden die neuen Glocken am

18. November 1945 von Seiner Exzellenz Dr. Andreas Rohracher, Fürsterzbischof von Salzburg, geweiht und am Heimatfesttag, den

24. November 1945 zu Ehren der Gefallenen zum ersten Mal geläutet.

Zu viele seiner wertvollen Söhne hat der eben beendete Krieg gefordert, zu viele erwarteten noch eine ersehnte Heimkehr.

Bilder und Verzierungen auf den Glocken entwarf und modellierte der damals noch sehr junge heimische Künstler Albin Moroder aus Mayrhofen.

Die Festtagsglocke:

mit dem Ton „d" wiegt 1700kg, ist geweiht dem göttlichen Erlöserherzen und gewidmet unserer Heimat. Sie trägt die Bilder der Kreuzigung, des Auferstandenen als Osterglocke, des Herzens Jesu, des hl. Josef mit dem Kinde und das Wappen Österreichs.

Die Zwölferglocke:

mit dem Ton „f", wiegt 1000kg, ist geweiht der allerheiligsten Jungfrau und gewidmet den Frauen und Müttern Mayrhofens. Sie trägt die Bilder der Maria mit dem Kinde, der hl. Elisabeth, der Schutzfrau der Armen, der hl. Bauernmagd Notburga aus Tirol, der hl. Cäcilia, der Patronin der Musik und des Gesanges, und das Wappen Tirols.

Die Bet- und Arbeitsglocke:

mit dem Ton „g", wiegt 700kg, ist geweiht dem hl. Georg und gewidmet den Arbeitern in Berg und Feld, Wald und Fremdenverkehr. Sie trägt die Bilder des hl. Georg, des hl. Florian, des hl. Franz von Sales, des hl. Engelbert Kolland aus Ramsau im Zillertal und das Wappen Mayrhofens.

Die Seelenglocke:

mit dem Ton „b", wiegt 400kg, ist geweiht den hl. Engeln und gewidmet den Gefallenen beider Weltkriege. Sie trägt die Bilder des hl. Schutzengels, der hl. Erzengel Raphael und Michael, eines Kriegergrabes und das Edelweiß der Bergsteiger.